DR. WOLFRAM BISMARCK

Dr. Wolfram Bismarck

Im Jahr 1946 sah Wolfram Bismarck als Jugend­licher das erste Mal das Western-Epos „Union Pacific“ von Cecil B. DeMille. Der Film ließ ihn nicht mehr los und er ent­schloss sich, den Eisen­bahn­kno­ten­punkt Omaha/­Nebraska nach­zu­bauen. Dann kam der Film „Union Pacific“ heraus und wurde für ihn zu einem Kino­er­leb­nis mit Lang­zeit­wir­kung.

Dr. Bismarck in seinem Element
Er war auch be­geis­tert von der ame­ri­ka­nisch­en Modell­bahn­zeit­schrift „Model-Railroader“ und hatte da­durch eine große Lei­den­schaft für die ame­ri­ka­nische Eise­nbahn ent­wickelt, obwohl er selbst nie­mals in Ame­rika war! Bereits vor dem Beginn dieser Anlage hatte Dr. Bismarck schon nach ame­ri­ka­nischem Vor­bild Modell­eisen­bahnen in größerer Bau­größe ge­schaff­en mit denen er durch Aus­stell­ungen seinen Lebens­unter­halt nach dem 2. Welt­krieg bestritt.
Bereits 1950 hat Dr. Bismarck mit den Ar­bei­ten an seinem Groß­projekt Omaha in Nürn­berg be­gonnen. Aus alten Auf­zeich­nungen stammen seine Er­läu­ter­ungen zum Anlagen­thema: „Erbaut nach Vor­bildern der Ver­einig­ten Staaten von Ame­rika, benannt: Chicago-Garrison & Western Rail­road Company (Vor­bild z.B. Chicago & Northwestern), kurz CG & W“.
Eine NYC T3A der Chicago-Garri­son & Western, die auf­wän­digst in Hand­ar­beit nach­ge­baut wurde.
Bereits mit 2 Plat­ten­tei­len sei­ner An­la­ge kam Wolf­ram Bis­marck nach Nürn­berg und zog im zwei­ten Stock eines Wohn- und Ge­schäfts­hau­ses in der Kai­ser­straße ein. Die­se Woh­nung hatte ei­nen sehr großen Raum in dem er sei­ne Vor­stel­lung­en ver­wirk­lich­en konn­te. Aller­dings reich­te der Platz schon bald nicht mehr aus und die An­la­ge wuchs durch prak­tisch alle Räu­me.
Außer­dem fand er zur glei­chen Zeit über sein Hobby Kon­takt zur Mo­dell­bahn­fir­ma Fleisch­mann, wo er durch sei­ne fach­kun­di­gen und mehr­sprach­li­chen Fä­hig­kei­ten als be­ra­ten­der Mit­ar­bei­ter für in- und aus­län­di­sche Kun­den bes­tens ge­eig­net war. Damit gab er sei­nen ei­gent­li­chen Be­ruf – er war Dr. der Geo­lo­gie – auf. Er sagte ein­mal: „Wa­rum soll ich mich ir­gend­wo von Sand­flö­hen beißen las­sen, wenn ich hier be­quem mein Geld ver­die­nen und mein Hobby be­trei­ben kann?“
Die Union Station in Omaha, Nürnberg
Mit kaum nach­voll­zieh­barer Geduld und einem schier un­glaub­lichen Perfek­tionismus gelang Dr. Bismarck und seinen Helfern dabei ein Meister­werk des Modell­bahn­baus. Wagen­ladungen, Waggons, Loko­motiven, Bepflan­zungen, Reklame­schilder, Lager­hallen und die etwa drei Zenti­meter großen Figuren – überhaupt das gesamte Ambiente – alles musste original­getreu nach­ge­bildet werden und alles wurde selbst­ver­ständ­lich in Hand­arbeit erstellt.
Die Anlage wurde auch des­halb so berühmt, weil Dr. Wolfram Bismarck – wie Karl May – nie selbst in den USA war. Von Omaha hatte er gerade mal ein paar Foto­gra­fien. Diese sind übri­gens an der Anlage aus­ge­stellt und zeigen, wie rea­lis­tisch und maß­stabs­ge­treu alles nach­ge­baut wurde. Bis zu seinem Tode im Jahre 1985 hat Wolfram Bismarck seinen ame­ri­ka­nischen Traum in Nürn­berg gelebt.

NYC T3A

Klasse: New York Central T3A / Nr. 1570
Gesellschaft: Chicago-Garrison & Western
Beleuchtung: vorne und hinten
Motor: 2 x Fleischmann (Aufnahme ca. 22 W)
Länge / Gewicht: 288 mm / 955 g
Baujahr: 1957

Union Station

Omaha Stellwerk 2

OMAHA IN NÜRNBERG