Er war auch begeistert von der amerikanischen Modellbahnzeitschrift „Model-Railroader“ und hatte dadurch eine große Leidenschaft für die amerikanische Eisenbahn entwickelt, obwohl er selbst niemals in Amerika war! Bereits vor dem Beginn dieser Anlage hatte Dr. Bismarck schon nach amerikanischem Vorbild Modelleisenbahnen in größerer Baugröße geschaffen mit denen er durch Ausstellungen seinen Lebensunterhalt nach dem 2. Weltkrieg bestritt.
Bereits 1950 hat Dr. Bismarck mit den Arbeiten an seinem Großprojekt Omaha in Nürnberg begonnen. Aus alten Aufzeichnungen stammen seine Erläuterungen zum Anlagenthema: „Erbaut nach Vorbildern der Vereinigten Staaten von Amerika, benannt: Chicago-Garrison & Western Railroad Company (Vorbild z.B. Chicago & Northwestern), kurz CG & W“.
Bereits mit 2 Plattenteilen seiner Anlage kam Wolfram Bismarck nach Nürnberg und zog im zweiten Stock eines Wohn- und Geschäftshauses in der Kaiserstraße ein. Diese Wohnung hatte einen sehr großen Raum in dem er seine Vorstellungen verwirklichen konnte. Allerdings reichte der Platz schon bald nicht mehr aus und die Anlage wuchs durch praktisch alle Räume.
Außerdem fand er zur gleichen Zeit über sein Hobby Kontakt zur Modellbahnfirma Fleischmann, wo er durch seine fachkundigen und mehrsprachlichen Fähigkeiten als beratender Mitarbeiter für in- und ausländische Kunden bestens geeignet war. Damit gab er seinen eigentlichen Beruf – er war Dr. der Geologie – auf. Er sagte einmal: „Warum soll ich mich irgendwo von Sandflöhen beißen lassen, wenn ich hier bequem mein Geld verdienen und mein Hobby betreiben kann?“
Mit kaum nachvollziehbarer Geduld und einem schier unglaublichen Perfektionismus gelang Dr. Bismarck und seinen Helfern dabei ein Meisterwerk des Modellbahnbaus. Wagenladungen, Waggons, Lokomotiven, Bepflanzungen, Reklameschilder, Lagerhallen und die etwa drei Zentimeter großen Figuren – überhaupt das gesamte Ambiente – alles musste originalgetreu nachgebildet werden und alles wurde selbstverständlich in Handarbeit erstellt.
Die Anlage wurde auch deshalb so berühmt, weil Dr. Wolfram Bismarck – wie Karl May – nie selbst in den USA war. Von Omaha hatte er gerade mal ein paar Fotografien. Diese sind übrigens an der Anlage ausgestellt und zeigen, wie realistisch und maßstabsgetreu alles nachgebaut wurde. Bis zu seinem Tode im Jahre 1985 hat Wolfram Bismarck seinen amerikanischen Traum in Nürnberg gelebt.