Die Vision von Dr. Bismarck war, die Verkehrsabwicklung zwischen Council Bluffs (Iowa) und Omaha (Nebraska) darzustellen. Beide Städte liegen – durch den Missouri getrennt – etwa 12 Meilen voneinander entfernt, wobei Council Bluffs die Funktion eines Bündelbahnhofs hat. Hier münden unter anderem Strecken von den Twin Cities (Minneapolis und St. Paul), Chicago, St. Louis und Kansas City.
In Omaha auf der anderen Seite kommen Züge von Montana über die Badlands, Californien (San Francisco und Los Angeles) und Denver (Colorado) an. Die von Council Bluffs abzweigenden Strecken sind beim Modellbahnhof Council Bluffs durch eine abgehende eingleisige Hauptbahnstrecke in Richtung Roseboro und Fort Catherinheart dargestellt.
Ein verdeckter Abstellbahnhof unter der Union Station in Omaha ersetzt die Bündelfunktion von Council Bluffs und hält alle Möglichkeiten offen. Die Steinbogenbrücke über den Missouri River zwischen den Städten Council Bluffs und Omaha wurde im Modell durch die Stahlkonstruktion der Diablo Canyon Brücke der Santa Fé Railroad ersetzt. Dieses Konzept erlaubte den Einsatz von Fahrzeugen zahlreicher Bahngesellschaften.
Umgesetzt wurde das ehrgeizige Projekt auf einer Fläche von ca. 30 Quadratmetern, aufgeteilt auf 14 noch gut zu transportierenden Segmenten. Es wurden rund 172 Meter Eigenbau-Gleise verlegt. Dafür mussten 12.500 Schwellen aus 2×5 mm starken Leisten zugesägt, gefeilt und gebeizt werden. Zunächst wurden 2,7 mm hohe Stahlprofile verwendet, erst beim letzten Bauabschnitt kamen Neusilberprofile zum Einsatz. Insgesamt wurden 89 Weichen mit zum Teil recht komplizierter Geometrie eingebaut.
Ungewöhnlich für die Entstehungszeit dieser Modellbahn ist die Ausstattung der Weichen und Kreuzungsweichen mit motorischen Selbstbau-Unterflur-Antrieben. Gesteuert wird die mit 200 Relais bestückte Anlage auch heute noch mit dem in der damaligen Zeit entstandenen Eigenbau-Stellpult. Nur die nicht mehr den Vorschriften entsprechenden Trafos wurden inzwischen ersetzt. Vom Stellpult führen 650 Leitungen zur Anlage, insgesamt wurden 10 Kilometer Kabel verlegt.
Da es immer mehr Probleme mit der veralteten Technik gab, musste die Anlage vor einigen Jahren eine Zeit lang stillgelegt werden. Nach und nach wurden und werden von passionierten Modellbahnern die Triebfahrzeuge instand gesetzt, die Gleisanlagen gereinigt, Weichen gangbar gemacht und die archaische Elektrik überholt. Ein mühseliges Unterfangen, weil es von der Anlage kaum Aufzeichnungen wie zum Beispiel Schaltpläne gibt. Veränderungen wurden bisher jedoch nicht vorgenommen. Denn die Anlage soll als technisches Kunstwerk möglichst authentisch erhalten bleiben und den Besuchern des Museums regelmäßig vorgeführt werden.