Insgesamt 37 Lokomotiven haben Dr. Bismarck und seine Helfer auf die Omahabahn gebracht. Die Dampfloks basieren auf damals in den USA erhältlichen Modellen (Fa. American Flyer, entworfen von A.C. Gilbert), die optisch und technisch noch verbessert wurden. Die Dieselloks sind zu ca. 80% im vollständigen Eigenbau aus Sperrholz entstanden, die drei E-Loks sind reine Handarbeit. Für die Eigenbau-Antriebe wurden zum Teil umgebaute Scheibenwischermotoren eingesetzt.
Zwei der historisch betrachtet interessantesten Dampfloks sind sicher „Tom Thumb“ (die erste in den USA im Jahr 1830 gebaute Lok von Peter Cooper) und die „Number Three“ (eine Baldwin Mogul von ca. 1860), die als „Movie Star Locomotive“ Weltruhm erlangte.
Tom Thumb war als Experimentalmaschine die erste Dampflokomotive aus US-amerikanischer Produktion. Sie war das Ergebnis erster Versuche, mit importierten englischen Lokomotiven Passagiere und Frachten zu befördern. Vorher waren auf den Schienen Pferde als Zugtiere für die Wagons eingesetzt worden. Diese Lokomotive erhielt den Namen „Tom Thumb“ nach einer englischen Version des Märchens vom „Däumling“, einer menschlichen Gestalt, die so groß wie ein Daumen ist.
Die „Number Three“ schrieb amerikanische Eisenbahngeschichte und ging auch in die Filmgeschichte ein. Ohne sie wäre der Mythos des Westernfilms nicht denkbar gewesen. 1939 verfilmte Cecil B. DeMille mit „Union Pacific“ den heroischen Bau der amerikanischen Transkontinentalbahn. Die „Number Three“ mit ihrem Lokführer Old Manaham wurde weltberühmt. Von diesem Loktyp wurden bis 1926 60.000 Stück gebaut. Beim Modell hat Dr. Bismarck übrigens mangels Ersatzteilen ein 10-Pfennig-Stück als Beilagscheibe verbaut.
In mühsamer Handarbeit entstanden zum Beispiel auch eine 4-4-2 Atlantic (ab ca. 1880), eine 4-6-2 Pacific (aus den 1930er Jahren), eine 4-6-4 Hudson (ab 1934), eine 4-8-4 Northern und eine 4-6-6-4 Challenger Malletlok (beide aus den 1940er Jahren). Auf den Fotos lässt sich leicht erkennen, wie detailverliebt und erfinderisch das Team um Dr. Bismarck die Originale nachbaute.
Leider waren beim Fototermin viele Lokomotiven in Reparatur oder endgültig kaputt. Deshalb finden sich auf der Website nur ein paar der kostbaren Modelle. Mit ein bisschen Glück lassen sich bei Ihrem Besuch aber noch einige andere Loks entdecken.