Dr. Bismarck hatte vor Beginn seines Omaha-Projekts bereits Modellbahnen in größeren Spurweiten gebaut. Durch das Geschenk eines befreundeten Offiziers der US Army – einem selbstgebauten Eisenbahnkran nach amerikanischem Vorbild – begann er, sich mit der Spurweite S zu befassen. Diese Baugröße war nicht nur handlicher, sondern sparte auch Platz. Ein wichtiger Aspekt für Bismarck, da er die Anlage in seiner Wohnung baute.
Die Spurweite S (22,5 mm) entspricht einem Maßstab von 1:64. Sie hat heute nur noch in den USA eine nennenswerte Anhängerschaft und erforderte schon damals bei der Realisierung von Omaha in Nürnberg einen weitgehenden Selbstbau. Von den Gleisanlagen bis zu den Fahrzeugen, von den Gebäuden bis zu den Details und Figuren: alles musste mühsam in Handarbeit umgesetzt werden. Dies erklärt auch die ungewöhnlich lange Bauzeit von 24 Jahren.
Nun wollte Dr. Bismarck ja vor allem und unbedingt die Union Station nachbauen. Doch von dem imposanten Gebäude hatte er dummerweise nur ein paar Fotografien. Ein an der Wand lehnendes Fahrrad auf einem dieser Fotos brachte den leidenschaftlichen Tüftler schließlich auf eine geniale Idee: Er nahm die Maße eines ähnlichen Fahrrads in seiner Nachbarschaft als Basis und rechnete so die Originalgröße des Bahnhofs hoch. Natürlich nicht millimetergenau, aber dennoch erstaunlich realistisch.
Wie nahe die Ausgestaltung der Modellbauten an die Realität heranreicht, zeigt die Gegenüberstellung der Originalaufnahmen mit Fotos der Anlage (diese werden an der Anlage ausgestellt). Typisch für den Perfektionismus Dr. Bismarcks ist dabei, dass er auch die Innenräume des Bahnhofsgebäudes minutiös nachbildete, obwohl sie den Blicken der Besucher in der Regel verborgen bleiben.